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MS-02 — 2026 — Neubau

Neubau EinfamilienhausMünster-Handorf

Außenansicht Einfamilienhaus Münster-Handorf mit hellbeigem Wasserstrichziegel, tiefe Leibungen und schwarze Stahlfenster

Regional verwurzelt. Modern interpretiert. Leise erzählt.

Ausgangspunkt.

Zwischen alten Hofstrukturen, Kopfweiden und den ruhigen Straßen von Münster-Handorf entstand dieses Einfamilienhaus für eine junge Familie mit zwei Kindern. Die Bauherren kamen ursprünglich aus Münster, hatten einige Jahre in Kopenhagen gelebt und wünschten sich bei ihrer Rückkehr ein Haus, das beides verbindet: die Selbstverständlichkeit westfälischer Baukultur und die Ruhe skandinavischer Architektur.

Die Haltung.

Von Anfang an war klar, dass das Haus keine laute Architektur werden sollte. Kein Objekt, das sich in den Vordergrund drängt. Ein Gebäude, das wirkt, als hätte es schon immer dort gestanden.

Der Entwurf griff deshalb archetypische Elemente der regionalen Bauweise auf: das steile Satteldach, die klare Giebelstruktur, die zurückhaltende Materialität. Diese vertrauten Motive sollten nicht kopiert, sondern neu interpretiert und auf eine zeitgemäße Weise weitergedacht werden.

Die Frage dahinter: Wie kann traditionelle Architektur heute leicht, ruhig und selbstverständlich wirken, ohne nostalgisch zu werden?

Die Fassade.

So entstand die reduzierte Kubatur mit dem beinahe monolithischen Dachkörper. Die Fassade aus handgefertigtem, hellbeigem Wasserstrichziegel nimmt Bezug auf die Münsterländer Klinkertradition, wirkt durch die helle Farbigkeit jedoch weicher und skandinavischer. Die tiefen Leibungen und schwarzen Stahlfenster geben dem Haus Präzision und Ruhe.

Der Erker.

Ein besonderes Thema im Entwurfsprozess war der Erker zum Garten. Ursprünglich war dort lediglich eine flächige Verglasung geplant. Während der frühen Modelle und Perspektiven entstand jedoch das Gefühl, dass dem Haus an dieser Stelle ein räumlicher Akzent fehlt. Etwas, das zwischen Innen und Außen vermittelt.

Der heutige Erker entwickelte sich fast wie ein eingeschnittener Außenraum: kein klassischer Vorbau. Eine ruhige, geschützte Loggia, die den Wohnraum erweitert und gleichzeitig Tiefe in die Fassade bringt.

Gerade dieser Bereich wurde schnell zum Mittelpunkt des Hauses. Von hier öffnet sich der Blick in den Garten und auf das Wasserbecken, während die überdachte Situation selbst an regnerischen Tagen ein Gefühl von Außenraum erzeugt. Früher dienten Erker oft dazu, Präsenz zur Straße zu zeigen. Hier richtet sich der Raum bewusst zum Garten und zum privaten Leben.

Das Innere.

Auch im Inneren wurde die Idee der Ruhe konsequent weitergeführt. Die offene Holztreppe verbindet beide Geschosse wie ein skulpturales Möbelstück und bringt Wärme in die bewusst reduzierte Materialpalette aus Kalkputz, Eiche und geschliffenem Estrich. Tageslicht spielt dabei eine zentrale Rolle: Öffnungen wurden so gesetzt, dass sich im Laufe des Tages unterschiedliche Lichtstimmungen entwickeln und das Haus trotz seiner klaren Geometrie weich und lebendig wirkt.

Der Garten.

Die Außenanlagen orientieren sich an natürlichen Pflanzbildern des Münsterlands. Locker gesetzte Gräser, Stauden und zurückhaltende Strukturen statt eines perfekt inszenierten Gartens. Die Bauherren wünschten sich ausdrücklich einen Garten, der altern darf und mit den Jahren noch schöner wird.

Was entstanden ist.

Ein Haus, das Architektur leise erzählt. Regional verwurzelt, modern interpretiert, geprägt von einer gewissen Selbstverständlichkeit. Kein Haus, das Trends folgt. Eines, das langfristig Bestand haben soll.

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