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ES-02 — 2026 — Sanierung

Sanierung WohnhausEssen-Kettwig

Frontansicht freistehendes Einfamilienhaus Essen-Kettwig aus den 1960er Jahren vor der Sanierung

Sanierung eines Architektenhauses der 1960er Jahre

Ein freistehendes Einfamilienhaus in Kettwig. Gebaut in den 1960er Jahren — von einem Architekten entworfen. Man sieht es dem Haus an: in der Haltung der Fassade, in den Proportionen, in der Sorgfalt, mit der damals Räume gedacht wurden. Wer hier alles gewohnt hat, lässt sich nur erahnen. Zuletzt ein Musikprofessor: In den alten Mauern fanden sich überall Spuren — Räume, die nach Klang geordnet schienen, Nischen für Instrumente, eine Stille, die von viel Lautem zeugte. Das Haus hatte Geschichte, bevor wir es zum ersten Mal betraten.

Energieklasse H. Für die neue Bauherrschaft war das kein Ausschlusskriterium. Es war ein Grund, genauer hinzusehen.

Vor dem Kauf: erst verstehen, dann entscheiden.

Der erste Schritt fand statt, bevor der Kaufvertrag unterschrieben war. Wir sind gemeinsam durch das Haus gegangen — nicht um Mängel zu verwalten, sondern um das Gebäude zu verstehen. Was ist Substanz, was ist Sanierungsbedarf, was ist Potenzial? Ein schriftlicher Bericht hielt Befund, Empfehlung und Stufenplan fest. Auf dieser Grundlage wurde entschieden. Das Haus wurde gekauft.

Von Anfang an: die Kosten als Begleiterin.

Früh entstand eine Kostenprognose — nicht als Versprechen, sondern als Orientierung. Parallel dazu der Sanierungsfahrplan: welche Maßnahmen sich lohnen, in welcher Reihenfolge, welche Förderung möglich ist. So konnten Entscheidungen auf Grundlage echter Zahlen getroffen werden.

Eingriffe mit Haltung.

Das Haus sollte nicht aufgerissen, sondern behutsam neu gedacht werden. Im Erdgeschoss wurde das Gäste-WC aufgegeben — der gewonnene Raum fließt in Küche und Essbereich, die nun zusammenwachsen. Die Außenhülle im Erdgeschoss wird durch das Schließen eines Balkons vergrößert: mehr Nutzfläche, besser gedämmt, klarer in der Form.

Im Obergeschoss ermöglicht eine Nutzungsänderung das, was das Haus bisher nicht leisten konnte: genügend Räume für Kinder, für Arbeit, für unterschiedliche Lebensphasen. Das Haus wächst nicht — es wird neu geordnet.

Die Einliegerwohnung: mehr als Förderung.

Eine zweite Wohneinheit wurde eingeplant. Nicht allein, weil sie den Zugang zu Bundesförderung eröffnet — sondern weil sie das Haus zukunftsfähig macht. Für Besuch, für eine Au-Pair-Kraft, für Pflegepersonal in späteren Jahren. Die Einliegerwohnung ist vollständig barrierefrei geplant. Das Haus kann lange bewohnt werden — von Menschen in verschiedenen Lebenssituationen.

Thermische Trennung im Keller.

Der Keller bleibt kalt. Eine bewusste Entscheidung: Statt den gesamten Keller zu heizen, wurde er thermisch vom Wohnbereich getrennt. Die Kellerdecke wird gedämmt, der Kellerflur abgeschlossen. Keine Wärme geht nach unten verloren. Die Kellerräume bleiben nutzbar — als Lager, als Technikraum — aber sie werden nicht beheizt.

Was das Haus noch erzählte.

Im Verlauf kamen Überraschungen — wie in jedem Bestandsgebäude. Asbest-Verdacht beim Parkett: Schadstoffprüfung vor der Entkernung. Das Dach: zunächst als Ergänzung zur Bestandsdämmung geplant, bis ein Video der Dachfläche Schäden zeigte. Die Frage musste neu gestellt werden. Solche Entscheidungen lassen sich nicht am Schreibtisch lösen.

Die Fassade: eine bewusst offene Frage.

Ein WDVS-Angebot lag bei 51.000 Euro — die Amortisationszeit zu lang. Wir haben Alternativen durchgerechnet: Einblasdämmung, Innendämmung mit Holzfaserplatten und Lehmputz. Jede Variante hat ihren U-Wert, ihre Förderfähigkeit, ihre Grenzen. Ein guter Sanierungsfahrplan lässt Raum für diese Abwägung — er zwingt nicht alles auf einmal.

Wo das Projekt heute steht.

Baugenehmigung erteilt. Das Dach bekommt eine neue Dämmung. Die Wärmepumpe kommt — nach der Hüllensanierung, damit sie richtig dimensioniert werden kann. Schritt für Schritt.

Sanierung in der Überlegung? Lass uns das einschätzen.

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